Stadtplan

 

 

 


Juli 2010


Vortrag und Diskussion
Freitag, 2. Juli, 20:00 Uhr
Ernesto alias Ernst

Ernesto Kroch wurde 1917 in Breslau geboren. Als junger Mensch erlebte er den Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland. Nach der Machtübernahme 1933 schloss er sich einer Widerstandsgruppe an. Am 9. November 1934 wurde er deswegen verhaftet und wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu einer 18monatigen Gefängnisstrafe verur-teilt. Nach deren Verbüßung kam er ins Konzentrationslager Lichtenburg. Anfang 1937 konnte er Deutschland verlas-sen und kam über Jugoslawien Ende 1938 nach Uruguay.
Auch dort blieb er politisch aktiv, engagierte sich im "Deutschen Antifaschistischen Komitee", später in der Gewerk-schaft und der Kommunistischen Partei. Als im Juni 1973 in Uruguay das Militär die Macht übernahm, arbeitete er wieder im Untergrund. Um seiner drohenden Verhaftung zu entgehen, nahm er 1982 den umgekehrten Fluchtweg, in die Bundesrepublik Deutschland.
Seit 1985 lebt Ernesto Kroch wieder in Montevideo und ist als engagierter Linker in sozialen Basisorganisationen und im Umfeld des Linksbündnisses Frente Amplio aktiv. 2002 erschien seine Autobiographie "Heimat im Exil - Exil in der Heimat" (Assoziation A)

In seinem Vortrag wird er über verschiedene Etappen und Gesichtspunkte seines langen politischen Lebens erzählen. Im Mittelpunkt steht seine politische Arbeit in Uruguay, die er, nachdem er entschieden hatte nach dem Krieg dort zu bleiben, gemäß seines Ansatzes sich dort zu engagieren wo man ist, von der Exilpolitik auf die Gewerkschafts- und Parteiarbeit verlagerte. Sowohl in Deutschland als auch nach seiner Rückkehr nach Uruguay blieb er aktiv und ist es noch, vor allem in der Stadtteilarbeit. In diesem Zusammenhang wird er über die Chancen und Herausforderungen berichten, die sich mit einer Frente-Amplio-Regierung und Pepe Mujica als Präsidenten ergeben. Einen kritischen Blick wird er außerdem auf den Umgang mit der Geschichte der beiden Länder richten, aus denen er fliehen musste.

Zu Beginn zeigen wir Martin Keßlers filmisches Kurzporträt "Ernesto alias Ernst" und nach dem Vortrag hoffen wir auf eine spannende Diskussion.
Eintritt: 3,- / 2,- Euro



Samstag, 3. Juli 14:00 - 22:00 Uhr:


Literatur
Dienstag, 6. Juli Uhr
Schreibwerkstatt

mit Armin Steigenberger und Robert Huber: Schreibanregungen zum Verfassen eigener Texte.


Vortrag
Freitag, 16. Juli 20:00 Uhr
postkolonial

Die Gruppe [muc] münchen postkolonial beschäftigt sich mit den Spuren der Kolonialgeschichte in München. Seit etwa zwanzig Jahren - nach langer Zeit des Schweigens - wird endlich viel über Kolonialismus und seine verheerenden Folgen vor allem für die ehemaligen Kolonien, aber auch über die Auswirkungen kolonialer Herrschaft und kolonialer Denkweisen auf die "Metropolen" geforscht und geschrieben. In einigen Städten haben sich Initiativen gegründet, die sich mit lokalen Ereignissen und Auswirkungen der Kolonialgeschichte auseinandersetzen mit dem Ziel Kolonialgeschichte auf Mikroebene zu erzählen und Spuren von kolonialem Geschehen und (post-)koloniale Bildwelten in der Stadt heute ausfindig zu machen. Eine der ersten dieser Gruppen ist in Freiburg entstanden - Freiburg postkolonial.
Heiko Wegmann von Freiburg postkolonial wird über die Motive, Arbeitsfelder, Erfahrungen und Interventionen der Gruppe sprechen. Anschließend wird [muc] münchen postkolonial die Gruppe und ihre Themenfelder und Aktivitäten in München vorstellen.


 

Literatur
Sonntag, 18. Juli 10:00 – 14:00 Uhr

Autorenfrühstück

Mit Christel Steigenberger und Stefan Leichsenring.
Ab 10 Uhr Frühstück, ab 11 Uhr Schreibwerkstatt mit Anregungen zum Verfassen eigener Texte und nachfolgender Besprechung.


 

Literatur
Dienstag, 20. Juli 20:00 Uhr
Textarbeit

mit Robert Huber
Hier können eigene Texte vorgestellt werden.


AK Stadtteilgeschichte Westend

Liebe Bewohnerin, lieber Bewohner des Westends,

der Arbeitskreis Stadtteilgeschichte im KulturLaden Westend erforscht die Vergangenheit der Schwanthalerhöhe und des Westends. Besonders interessieren wir uns im Augenblick für die Zeit des Nationalsozialismus, aber auch für die 50er Jahre. Wie der Alltag in dieser Zeit aussah, kann man nicht in Geschichtsbüchern finden.

Deshalb sind wir auf der Suche nach Menschen, die bereit sind, uns von Erfahrungen und Erlebnissen aus dieser Zeit zu erzählen und darüber, wie sich unser Viertel im Laufe der Jahrzehnte geändert hat. Wenn Sie selbst schon damals im Westend gelebt haben, oder jemanden kennen, dann wären wir Ihnen äußerst dankbar, wenn Sie sich bei uns melden könnten.

Wir würden uns dann mit Ihnen zu einem Gespräch treffen, das wir gerne auf Tonband aufzeichnen würden (natürlich nur, wenn Sie das erlauben). Aus den Informationen, die wir in diesen Gesprächen bekommen haben, möchten wir später eine Ausstellung machen, vielleicht sogar ein Buch.

Wenn Sie wünschen, bleiben Ihre Angaben selbstverständlich anonym. Wir würden auch nichts ohne Ihre Zustimmung veröffentlichen.


Wir freuen uns natürlich auch immer über Fotos, Postkarten, Videos und anderes, die die Geschichte unseres Viertels dokumentieren.


Mit freundlichen Grüßen

AK Stadtteilgeschichte Westend


Wir sind erreichbar:
jeden Mittwoch von 19:00 bis 20:00 Uhr, Tel.: 089 / 50 11 73
oder per e-mail
info@kulturladen-westend.de


 

Rückblick zum Frauentag am 8. März 2009

Mit ca. 50 Frauen (und einigen Männern) war der KulturLaden Westend mehr als sehr gut gefüllt.

von Rechts nach Links: Gabi, Ruth und Alex und Annette

Lore Springorum, die Fotografin

 

 

 

Rückblick Herbst / Winter 2008:

Veranstaltungsreihe | 90 Jahre Revolution in Bayern "Im Westend ging es los"

 

Bei der Veranstaltungsreihe anlässlich der Räterevolution in Bayern vor 90 Jahren im KulturLaden Westend waren die Räumlichkeiten einfach zu klein. Lange vor Beginn der ersten Veranstaltung war der KulturLaden völlig überfüllt. Die drei Veranstaltungen wurden von fast 150 Menschen besucht!
Der Referent Günther Gerstenberg begann mit einer ausführlichen Darstellung der elenden Lebens- Wohn- und Arbeitsbedingungen der Arbeiterklasse an Beispielen aus dem Münchner Westend und schilderte den Anteil der Anarchisten an der Revolution. Am zweiten Veranstaltungsabend mit Klaus Weber ging es vor allem um Kurt Eisner, den ersten (sozialistischen) Ministerpräsident Bayerns. Martin Rühlemann beschrieb das "Vergnügen während Krieg und Revolution".
Parallel zu den Veranstaltungen gab es im KulturLaden eine Ausstellung von historischen Plakaten und Dokumenten zu sehen.

 

Veranstaltung: "Wild schlägt der Empörung Welle an des Staates morsche Fugen"
(Erich Mühsam)

Der Historiker Günther Gerstenberg stellte Industrialisierung und Zusammenschluss der Arbeiterklasse am Beispieldes Westends dar. Die Entwicklung der Georg von Vollmarschen Sozialdemokratie bringt den Zusammenschluss von, wie sie sich nennen, "freiheitlichen Sozialisten" (auch Syndikalisten, Kommunisten, Anarchisten, Freidenker, Bakunisten etc.) hervor. Sie üben Einfluss aus auf eine Gesellschaft, die sich ungleichmäßig modernisiert und daher auf einen Umsturz zusteuert, der mehr ein Einsturz der alten Strukturen war als Einstieg in eine neue Gesellschaft.
Mussten die unterschiedlichen Erscheinungen der Räterepublik und sozialistische Gesellschaftsvorstellungen, eingeklemmt zwischen Mehrheits-SPD und Linksradikalen, scheitern? Hatte der anarchistische Voluntarismus seine Berechtigung? Es gibt hier Fragen über Fragen.
Das Referat stellte auch die Niederlage Anfang Mai 1919 dar und schilderte den weißen Terror und deutete den Weg in die Nazizeit an.

 

 

Veranstaltung: Kurt Eisner: Revolutionär des Alltags

Kurt Eisner war nicht nur der sozialistische Ministerpräsident Bayerns. Er war Journalist, Parteipolitiker, Bildungsexperte und Antimilitarist in einem. Seine Kritik der deutschen Flottenpolitik, seine Mitarbeit in der USPD, seine Rolle in den Januarstreiks des Jahres 1918 sind weithin bekannt. Weniger bekannt sind seine Auseinandersetzungen mit Alternativen zur parlamentarischen Demokratie sowie seine journalistische Arbeit, die den Alltag des Volks zum Ausgangspunkt sozialer und revolutionärer Veränderungen macht.
Professor Dr. Klaus Weber, Vertrauensdozent der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Vorsitzender des Kurt Eisner Vereins für politische Bildung e.V. hat über das mosaikförmige politische Leben und Wirken Eisners referiert.

 

Veranstaltung: Vergnügen während Krieg und Revolution

Am Abend des 7. November 1918, dem Beginn der Revolution in München, waren im Festsaal der »Mathäser-Bierstadt« Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte mit Kurt Eisner als Vorsitzenden gewählt worden. Die Bierpaläste Münchens boten sich aufgrund ihrer Größe für Massenversammlungen an, waren aber nicht die einzigen Orte an denen sich populäre Kultur entfaltete.

Seit den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts hatte sich überall in den neuen Großstädten eine breitgefächerte kommerzielle Populärkultur entwickelt. Unübersehbar präsentierte sich ein neuer urbaner Lebensstil und mit ihm eigene Formen des Konsums. Untersuchungen populärer Vergnügungen können Auskünfte über vielfältige Ausdrucksformen geben, die bis in die heutige Zeit allgemeinen kulturellen und gesellschaftlichen Prozessen, aber auch technischen Errungenschaften und ökonomischen Entwicklungen unterliegen und bieten interessante Erkenntnismöglichkeiten beispielsweise zu Identitäts-, Genderund Machtaspekten der städtischen Gesellschaften.

 

 

 

 


Flohmärkte im Westend